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Schleuse

hydraulisches System zur Überwindung von Höhenunterschieden (z.B. Staustufen) entlang einer Wasserstraße, bei dem durch Füllen oder Entleeren der Schleusenkammer Schiffe gehoben oder gesenkt werden

Der Fluss ist eine Treppe

STUTTGART/ESSLINGEN: Erst durch seine Schleusen wird der Neckar schiffbar - Fernbedienzentrale in Obertürkheim steuert sieben Anlagen
Von Kornelius Fritz

René Krefta kann 40 Tonnen Stahl mit seinem Zeigefinger bewegen. Um die riesigen Tore der Neckar­schleusen zu öffnen oder zu schließen, sind nur ein paar Mausklicks nötig. Zusammen mit seinem Kollegen Thomas Schaetz sitzt Krefta im Kontrollraum an der Obertürkheimer Schleuse und nimmt gerade den Anruf eines ankommenden Schiffes entgegegen: „Auf der Landseite ist eben eine Talfahrt raus, die Kammer ist dann gleich für sie klar“, teilt er dem Kapitän mit.Krefta und Schaetz steuern insgesamt sieben Schleusen. Seit 2001 ist zwischen Deizisau und Stuttgart-Hofen kein Mitarbeiter mehr vor Ort. Die Schleusen werden von der Fernbedienzentrale in Obertürkheim aus gesteuert - das spart Personal. Doch auch aus der Ferne haben die beiden Schichtführer alles im Blick: Fünf Kameras sind in jeder Schleuse installiert. Auf kleinen Monitoren können die beiden Mitarbeiter in ihrem Kontrollraum genau erkennen, wenn ein Schiff zu weit nach vorne gefahren ist oder nicht ordnungsgemäß verankert wurde. Erst wenn alles korrekt ist, geben sie dem Computer den Befehl, dass sich die Tore schließen und rund 11 000 Kubikmeter Wasser in die Schleusenkammer hinein- oder wieder herausströmen.

Schifffahrt mit vielen Stopps

27 Schleusen gibt es zwischen Plochingen und Mannheim. Das ist eine ganze Menge und führt dazu, dass Frachtschiffe für die 200 Kilometer lange Strecke knapp zwei Tage brauchen. Doch ohne Schleusen wäre auf dem Neckar überhaupt keine Schiffahrt möglich. „Der Neckar wäre dann nur etwa 50 Zentimeter tief“, erklärt der Leiter des Wasser- und Schifffahrtsamtes, Walter Braun. Die drei Meter Wassertiefe, die nötig sind, um den Fluss mit großen Frachtkähnen zu befahren, werden dadurch erreicht, dass man das Wasser staut. Und so ist der Neckar im Grunde gar kein Fluss, sondern eine Treppe mit 27 Stufen. Hinauf und hinunter kommen die Schiffe mit Hilfe der Schleusen. mehr

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