Kanal Seine-Nord Europe

Der Kanal Seine-Nord Europa (franz. Canal Seine-Nord Europe) (Abkürzung CSNE) wird auch Binnenwasserstraße Seine-Schelde oder Canal Seine-Nord genannt. Der 106 km lange Kanal ist das Hauptbindeglied der europäischen Seine-Schelde-Großschifffahrtsstraße. Diese von Süd nach Nord verlaufende Verbindung durch Nordfrankreich zwischen den Einzugsgebieten der Flüsse Seine und Schelde ist ein neues Wasserstraßensystem für den Warentransport zwischen Frankreich, Belgien, den Niederlanden und Deutschland. Befahren kann der Kanal durch Schiffe bis zur Kategorie Vb., also für Schubverband mit bis zu zwei Leichtern.
Das Projekt ist in den Verkehrswegeplan der Europäischen Union aufgenommen. Die Projektplanung wurde 2010 beendet, Vorbereitungsarbeiten sind bereits im Laufen, die eigentlichen Konstruktionsarbeiten werden in den Jahren 2012 bis 2016 erfolgen. Die Inbetriebnahme ist für 2016 geplant.


Kanal Seine-Nord

Kanal Seine-Nord


Der Kanal Seine-Nord in Zahlen

Länge : 106 km zwischen Compiègne und Aubencheul-au-Bac
Breite an der Oberfläche : 54 m
Wassertiefe : 4,5 m
Tiefgang : 3 m
Schifffahrtsrechteck : 38 m x 4 m
Durchfahrtshöhe unter Brücken : 7 m
Anzahl der Schleusen : 7 (Fallhöhen von 6,4 m bis 30 m)
Anzahl der Kanalbrücken : 3, darunter die Somme-Kanalbrücke (1,3 km Länge)
Anzahl der Bauwerke zur Überquerung : 59

Kanal Seine-Nord g-k


Schleusen

Nummer km Name Höhe
0 8,519 Montmacq 6,41 m
1 21,08 Noyon 19,57 m
2 30,86 Campagne 15,5 m
3 71,16 Moislains 30 m
4 89,37 Havrincourt 22,5 m
5 98,46 Marquion-Bourlon 22,11
6 105,09 Oisy-le-Verger 25 m

Kanalverlauf

Der Kanal soll parallel zum nur für Péniches befahrbaren Canal du Nord entlang einer Linie Compiègne–Noyon–Péronne–Cambrai führen und die Oise, einen rechten Nebenfluss der Seine, mit dem Großschifffahrtsweg Dünkirchen-Schelde (Canal Dunkerque-Escaut) verbinden. Zwischen Compiègne und Noyon soll der vorhandene Oise-Seitenkanal ausgebaut werden bis auf einen Neubauabschnitt zwischen Thourotte und Ribécourt-Dreslincourt. Ab Noyon ist eine neue Trasse geplant, sie führt zunächst zum Tal der Somme und überquert an dessen Westrand die Autoroute A29 zwischen Amiens und Saint-Quentin und westlich von Péronne mit einer 1330 m langen und 40 m hohen Brücke die Somme. Der Großschiffahrtsweg Dünkirchen-Schelde wird nordwestlich von Cambrai bei Aubencheul-au-Bac erreicht. Sieben Schleusen, drei Kanalviadukte und zwei Wasserspeicher sollen entlang des Kanals errichtet werden.


Die Bedeutung des Projekts

Das Umfeld der Seine-Schelde-Wasserstraße ist durch einen intensiven, grenzüberschreitenden Warenverkehr und einer der größten Verkehrsdichten Europas eben auf dieser wichtigen Nord-Süd- Verbindung gekennzeichnet. Im Jahr 2000 wurden auf diesem Korridor 132 Mio. Tonnen Waren transportiert. Mit der Seine-Schelde-Verbindung wird der Anschluss an den Rhein und die Donau hergestellt und ein wesentliches Kettenglied des europäischen Binnenschifffahrtsnetzes nach Mittel- und Osteuropa bis hin zum Schwarzen Meer fertiggestellt.

Gleichzeitig zielt der Kanal Seine-Nord auf die Aufwertung des Mehrzweckcharakters der Wasserstraße ab. Daher soll das zu entwickelnde Projekt den Anforderungen von mehreren, nachfolgend aufgeführten Funktionen gerecht werden.


Warentransporte

Der Kanal ist für den Verkehr von auf drei Etagen mit Containern beladenen Schubverbänden mit zwei Bargen der europäischen Größenklasse Vb mit 185 m Länge und 11,40 m Breite konzipiert. Die durchschnittliche Durchfahrtszeit eines Schiffes der Größenklasse eines großen Rheinschubverbandes beträgt etwa 18 Stunden.

Das Verkehrsaufkommen der neuen Wasserstraße dürfte laut der verschiedenen untersuchten Szenarien bis zum Jahr 2020 zwischen 13,3 und 14,9 Mio. Tonnen (mt), darunter 250 000 TEU- Container, erreichen. Im Jahr 2050 könnte dieses Verkehrsaufkommen 20 bis 27,7 Mt erreichen.

30% der im Jahr 2020 durch den Kanal beförderten t-km dürften aus dem landwirtschaftlichen Bereich kommen. Den zweiten Platz belegt mit 20 % die Baustoffindustrie. An dritter Stelle folgen mit 17 %1des Warenstroms in t-km die Container, Fahrzeuge und allgemeinen Waren . Das letzte Drittel des
Warenverkehrs dürfte zu diesem Zeitpunkt einerseits zu gleichen Teilen aus energetischen und chemischen und andererseits aus metallurgischen Erzeugnissen (jeweils 11%) stammen.


Anschluss für 4,2 Milliarden

rankreichs Präsident Nicolas Sarkozy hat grünes Licht für den Bau des „Canal Seine-Nord Europe“ am Flusskorridor zwischen Le Havre und Lille gegeben. Die 106 km lange Wasserstraße zwischen Seine und Schelde soll ab 2017 das Pariser Becken mit dem 20.000 km langen, europäischen Binnenwasserstraßennetz in Deutschland, Belgien und den Niederlanden verbinden. An dem auf 4,2 Mrd. Euro geschätzten Projekt beteiligen sich die Regionen Flandern und Wallonien. Es umfasst unter anderem 59 Straßen- und Eisenbahnbrücken, Zufahrtsstraßen, Anlege- und Umschlagplätze sowie vier Industrie- und Logistikplattformen.

Ziel ist es, die See- und Binnenhäfen des Seine- und Nord-Pas-de-Calais-Beckens, darunter Le Havre, Rouen und Dünkirchen, besser zu vernetzen, um den Binnenschiffsverkehr auf der Nord-Süd-Achse zu vervierfachen und auf dem gesamten französischen Wasserstraßennetz zu verdoppeln mehr


Quellen :

- CANAL SEINE NORD EUROPE INFORMATIONSUNTERLAGEN
- Dieser Artikel basiert in Auszügen auf dem Artikel Canal Seine-Nord Europe aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation.


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