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Binger-Loch

Binger Loch 1988
Binger Loch 1988

Das Binger Loch bei Rheinkilometer 530,8, rechtes Ufer, war die schwierigste Engstelle für die Binnenschifffahrt im Oberen Mittelrheintal. Beim Durchbruch des Rheins durch das Rheinische Schiefergebirge war an dieser Stelle ein quer zum Fluss verlaufendes Quarzitriff stehengeblieben. Lastschiffe konnten im Mittelalter das Binger Riff nicht passieren: Weinfässer wurden bei Lorch entladen und über den Niederwald (den Kaufmannsweg) auf dem Landweg nach Geisenheim gebracht. siehe auch Binger-Loch-Taufe

Binger Loch 1988
Binger Loch 1988

Historisches

  • Schon Karl der Große im 9. Jahrhundert und später die Rheingrafen im 11. Jahrhundert hatten vergeblich versucht, das Binger Riff rechtsrheinisch zu durchbrechen.
  • Im 14. Jahrhundert ließen die Mainzer Kurfürsten mit dem neu erfundenen Schießpulver das Riff oben neun Meter breit aufsprengen: das Binger Loch entstand. Für die Schiffe, die nun passieren konnten, wurde (Wege-)Zoll erhoben.
  • Im 17. Jahrhundert erfolgte wegen der Flößerei eine Sohlenvertiefung auf vier Meter Breite, und an der Wasserlinie auf 14 Meter Breite. Die Folgen: Die Wasserburgen im Rheingau verlandeten. Von den ehemals 32 Inseln sind heute nur noch sechs übrig. Drei Inseln wurden weggeschwemmt, der Rest ist verlandet. In Mainz beginnt der Grundwasserspiegel unter dem Dom abzusinken, die 20.000 Eichenpfähle auf denen das mächtige Bauwerk ruhte, begannen zu faulen und mussten durch ein tieferes, steinernes Fundament ersetzt werden, da der Dom einzustürzen drohte. Diese Sicherungsarbeiten wurden erst Ende 1925 abgeschlossen.
  • Letztendlich brachten aber erst die preußischen Sprengungen von 1830 bis 1841 eine wesentliche Verbesserung der Schifffahrtssituation.
Binger Loch
Binger Loch Quelle: Website Welterbe Mittelrheintal

Hier an der Mündung der Nahe in den Rhein bei Bingen, bietet sich dem Auge des Betrachters ein spektakulärer Blick ins sogenannte Binger Loch. An dieser Stelle verläßt der Strom das weite Tal zwischen Rheingau und Rheinhessen und tritt mit einem scharfen Knick nach Norden in das Rheinische Schiefergebirge ein. In der Bildmitte steht der sagenumwobene Mäuseturm auf einer Rheininsel und rechts am Hang sieht man die Ruine der zugehörigen ehemaligen Zollburg Ehrenfels liegen. Weiter hinten sind die Mitte des 19. Jahrhunderts künstlich geschaffenen Rheinkrippen zu sehen, an denen sich inzwischen ein Auwald gebildet hat. Quelle: Website Welterbe Mittelrheintal