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Niedrigwasser

Als Niedrigwasser bezeichnet man den Wasserstand von Gewässern, der deutlich unter dem normalen Wasserstand liegt. Niedrige Wasserstände sind genau wie Hochwasser natürliche Ereignisse, welche nicht vermeidbar sind. Wasserstände wie Hoch- oder Niedrigwasser können die Binnenschifffahrt auf den Flüssen stark einschränken. Bei Niedrigwasser können die Binnenschiffe nicht mehr die volle Tragfähigkeit des Schiffes nutzen. Außerdem besteht eine erhöhte Gefahr dass sich dass Schiff festfährt (siehe zum Beispiel GMS Sorrento)

Auch die Leistung der Wasserkraftwerke kann durch den geringen Abfluss reduziert werden. Niedrigwasser sind oft von hohen Temperaturen und intensiver Sonneneinstrahlung begleitet. Es kann zu einer starken Erwärmung der Gewässer kommen, die aufgrund des verminderten Sauerstoffgehaltes negative Auswirkungen auf das Ökosystem haben kann.

Binnenschiffe auf Dauer-Diät

Bei der aktuellen Trockenheit führen Deutschlands Flüsse immer weniger Wasser. Die Folge: Binnenschiffe müssen Gewicht verlieren, um nicht auf Grund zu laufen. Für die Kunden könnte das zu höheren Frachtgebühren führen. 06.05.2011 von Annette Berger

Angesichts sinkender Pegel können Deutschlands Binnenschiffer ihre Ladekapazität nur noch eingeschränkt nutzen. Die Flüsse führen derzeit einfach zu wenig Wasser. "Es gibt Schiffe, die nur noch die Hälfte transportieren können", sagte eine Sprecherin des Bundesverbandes der Deutschen Binnenschifffahrt FTD.de.einigen Fällen sei sogar noch weniger Fracht möglich. Beispiel Duisburg-Ruhrort: Dort sei der Wasserstand bis Donnerstag auf 2,36 Meter gesunken. Wer dort langfahren müsse, könne weniger als die Hälfte der üblichen Fracht laden.

Niedrigwasser sei nichts Ungewöhnliches, sagte die Verbandssprecherin. Jedoch trete es sonst nicht so früh im Jahr auf. Erfahrungsgemäß gibt es im April häufig sogar noch Hochwasser - wegen der Schneeschmelze und der regenreichen Zeit im Frühling. In diesem Jahr aber ist alles anders. Jan Böhme vom Wasser- und Schifffahrtsamt Duisburg-Rhein spricht auf Anfrage der Nachrichtenagentur DPA vom niedrigsten Wasserstand seit 100 Jahren.

Die Folgen der wochenlangen Dürre sind inzwischen deutlich zu sehen. Die Ufer des Rheins liegen blank. Strände, Kiesbänke und Buhnen aus Wasserbausteinen ragen hervor. Das Wasser hat sich in die Mitte zurückgezogen. Die Fahrrinne bietet an manchen Stellen zwischen Bonn und Emmerich gerade noch die Mindestbreite.

Wer zu schwer ist, läuft auf Grund

Für Schiffe bedeuten die sinkenden Pegelstände: Weniger Ladung, sonst laufen sie auf Grund. Das auf dem Rhein gängige 110 Meter lange Großmotorgüterschiff etwa kann eigentlich 3000 Tonnen laden und braucht bei seinem Tiefgang von dann drei Metern eine Fahrrinnetiefe von 3,50 Metern.

"Weniger Ladung" bedeutet für die Kunden der Binnenschiffer allerdings auch "mehr zahlen". Denn in der Branche gibt es einen - gesetzlich nicht geregelten - Handelsbrauch, wonach die Kunden höhere Frachtgebühren berappen, wenn der Transporteur nicht mehr so viel Fracht auf einmal verschiffen kann und dafür die Strecke öfter fährt.

Dieses sogenannte Kleinwassergeld sei von Fall zu Fall unterschiedlich und in den Frachtverträgen geregelt, die zumeist für mehrere Monate abgeschlossen werden, sagt die Verbandssprecherin. Berichten aus der Branche zufolge können diese Zuschläge zwischen 20 und 60 Prozent, manchmal sogar 100 Prozent betragen. mehr

Donau führt NW wie seit 100 Jahren nicht mehr

10. Mai 2011
Die Trockenheit in Nord- und Ostösterreich hat nun auch für die Flusspegelstände erste Konsequenzen. So führt die Donau für diese Jahreszeit so wenig Wasser wie schon seit 100 Jahren nicht mehr, wie Reinhold Godina vom Hydrographischen Dienst in Wien berichtete. Auch die Oberste Schifffahrtsbehörde bezeichnet die aktuellen Pegel als "ungewöhnlich niedrig". Die Schifffahrt kämpft mit ersten Problemen.

Bei einer der Hauptmessstellen der Donau im niederösterreichischen Kienstock ist die langsame Talfahrt der Pegel deutlich feststellbar. Wo sonst ein Mai-Mittelwert von 2,50 Meter registriert wird, ist der Wasserstand allein heute, Dienstag, um einige Zentimeter auf 1,90 Meter gefallen. Ein schneearmer Winter und wenig Niederschläge seit Jänner sind laut Godina die Hauptgründe für die herrschende "Niederwasserperiode", von der nahezu ganz Österreich - aber besonders der Norden und Osten - betroffen ist.

In Korneuburg pendelte sich der Wasserstand am Dienstagnachmittag auf 2,14 Meter ein. Zum Vergleich: Beim Rekordhochwasser im Sommer 2002 zeigten die dortigen Messgeräte bis zu 5,90 Meter an. Nicht anders das Bild in Wildungsmauer nahe der slowakischen Grenze: Wo 2002 bis zu 6,30 Meter dokumentiert worden waren, befand sich der Pegel am heutigen Dienstag bei 1,71 Meter. Kienstock lag mit seinen heutigen 1,90 Metern stolze fünfeinhalb Meter unter dem Wert vom August vor neun Jahren. mehr

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